Erste Hilfsmaßnahmen, wenn der Vogel krank ist
Ihre Vögel können nicht sprechen. Woran also erkennen Sie, ob ein Vogel krank ist?
Meistens kann man das an dem Verhalten
der Vögel erkennen. Sie gehen dann nicht
mehr ihren gewohnten Aktivitäten nach. Nachfolgend ein paar wichtige Merkmale,
woran Sie erkennen können, dass ein Vogel krank ist.
- Der Vogel verstummt mehr und mehr
- Er bewegt sich nicht oft von der Stelle und wirkt teilnahmslos
- Meidet den Kontakt zu Ihnen oder zu anderen Vögeln
- Er sitzt aufgeplustert mit hängendem Schwanz in fast waagerechter Haltung
- Er ruht auf beiden Füßen, nicht wie im gesungen Schlaf auf einem
- Er nimmt kaum Nahrung auf, trinkt dafür vielleicht öfter
Wenn Sie bemerken ,dass Ihr Vogel krank
ist, so sollten Sie rasch handeln und einen
Tierarzt aufsuchen, da Ihr Vogel schnell kraftlos werden kann. Nach einem
geeigneten
Tierarzt sollten sie nicht erst Ausschau halten, wenn der Vogel schon krank
ist.
Schauen Sie sich vorher um, damit sie im Ernstfall nicht lange suchen müssen.
Die folgenden erste Hilfe Maßnahmen,
können Ihnen helfen, Ihren Vogel vor weiterem
Schaden zu behüten:
-
Zu lange Krallen oder
Schnabel
- Schweres Atmen
- Häufiges Niesen
- Durchfall
- Verstopfung
- Parasiten
- Heraufwürgen von Nahrung
- Flügel- oder Beinverletzungen
- Blutende Wunden
- Gehirnerschütterung
Zu lange Krallen oder zu langer
Schnabel
Zu lange Krallen: Der Vogel bleibt am Gitter hängen und verletzt
sich.
Zu langer Schnabel: Der Vogel wird beim Fressen behindert.
Bitte zum Tierarzt gehen und dort kürzen lassen. Nicht selbst vornehmen, da
Laien
die Blutgefäße in den Krallen anschneiden können.
Schweres Atmen
Wenn Sie bei Ihrem Vogel feststellen, dass er schwer atmet oder sie sogar
Atemgeräusche dabei hören, kann das auf evtl. Fettleibigkeit aus Bewegungsmangel
zurückzuführen zu sein.
Reduzieren Sie Fettfutter, wie Kolbenhirse und animieren Sie ihn zum fliegen.
Sorgen Sie für frische Luft, aber kein Durchzug.
ACHTUNG!!! Wenn der Vogel mit dem Schnabel am Käfiggitter hängt, um mit
gestreckter Luftröhre zu atmen, bringen Sie ihn bitte sofort zum Tierarzt.
Häufiges Niesen
Ein Vogel niest gelegentlich, um so seine Nasenlöcher zu reinigen.
Sollte Ihr Vogel häufig niesen und ihm evtl. Nasensekret auslaufen, so kann
das
mehrere Auslöser haben: Es ist zu trockene Luft im Raum, es sind große
Temperaturschwankungen oder es könnte der Beginn einer Erkältung sein.
Sorgen Sie für gleichmäßige Wärme und vermeiden Sie jeglichen Durchzug.
Bestrahlen Sie ihn mit Infrarot-Dunkellicht.
Wenn Nasensekret ausläuft, träufeln Sie ihm ein paar Tropfen Nasivin aus der
Apotheke auf die Nasenlöcher.
ACHTUNG!!! Wenn der Vogel eine schwere Erkältung, begleitet von Atemgeräuschen
hat, bringen Sie ihn bitte zum Tierarzt.
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Durchfall
Durch zu kaltes oder zu viel Obst oder Gemüse, nach einem zu kalten Bad, aus
Trauer oder nach einem Schock können Wellensittiche wässrigen Kot bekommen.
Wenn Sie Durchfall bei Ihrem Tier entdecken, geben Sie ihm Tier- oder Aktivkohle
mit zum Futter oder träufeln Sie es ihm in Wasser aufgelöst mittels einer
Pipette
in den Schnabel. Auch gut gegen Durchfall hilft ungewürzter, gekochter Reis.
Solange der Vogel Durchfall hat, vermeiden sie jegliche Frischkost und geben
Sie ihm stattdessen Vitamintropfen ins Wasser.
ACHTUNG!!! Wenn der Kot zusätzlich eine auffallend andere Farbe hat, er mit
Blut versetzt ist, schäumend ist, dann bringen Sie ihn bitte sofort zum
Tierarzt.
Verstopfung
Verstopfung bei einem Vogel können Sie daran erkennen, wenn er angestrengt
presst,
seitlich mit dem Schanz wippt und keinen Kot ausscheiden kann. Seine Kloake ist
dann
verklebt. Nehmen Sie ihn in die Hand und weichen seine Kloake mit lauwarmen
Wasser
ein. Wenn das nicht hilft, geben Sie ihm 1-2 Tropfen Oliven- oder Paraffinöl in
den Schnabel und für 24 Stunden nur Wasser und nichts zu essen. Den Vogelsand
und Grit ebenfalls aus dem Käfig entfernen.
ACHTUNG!!! Wenn keine Besserung eintritt, bitte mit dem Vogel zum Tierarzt
gehen.
Sollte es ein Weibchen sein und die Kloakengegend ist erkennbar gerundet, könnte
es sich um Legenot handeln. Bestrahlen Sie das Weibchen mit Infrarotlicht und
warten
Sie 2 Stunden. Löst sich bis dahin die Verkrampfung nicht, sofort zum Tierarzt
bringen, da Lebensgefahr besteht.
Parasiten
Wenn sich Vogel ständig kratzt und unruhig durch sein Gefieder geht - nicht
mit dem
Putzen verwechseln - kann das ein Anzeichen von Parasitenbefall sein.
Lassen Sie sich vom Tierarzt ein Mittel zur Vernichtung der Parasiten
verschreiben
und desinfizieren sie anschließend nach Anweisung des Tierarztes alle Sachen,
mit denen das Tier in Berührung gekommen ist.
Verliert der Vogel gleichzeitig Gewicht, lassen Sie zusätzlich von Ihrem Arzt
prüfen,
ob eine Hormon- oder Stoffwechselstörung vorliegt.
Ansonsten könnte auch eine psychische Störung bei dem Vogel vorliegen, wenn er
alleine gehalten wird. Ich kann Ihnen nur raten: KAUFEN SIE IM INTERESSE DES
TIERES EINEN 2. VOGEL DAZU!!!
Heraufwürgen von Nahrung
Passiert normalerweise bei Paaren während der Brutzeit zum Füttern des
Weibchens
oder der Jungen.
Bei Einzeltieren wird sich oft ein Ersatzobjekt, wie Spiegelbild oder
Plastikvogel,
gesucht und angebalzt. Suchen Sie dem Vogel einen passenden lebendigen Partner,
da dieses Füttern eine Fehlprägung ist und zu Kropfentzündungen führen kann.
ACHTUNG!!! Werden nicht nur Körner, sondern auch Schleim heraufgewürgt und das
mehrmals täglich, kann es sich hierbei um eine Kropfentzündung handeln, die
durch die
Aufnahme von zu viel Sand und Grit, kalter Nahrung, giftigen oder
unverträglichen
Stoffen oder Jodmangel hervorgerufen wurde.
Gehen Sie zum Tierarzt.
Flügel- oder Beinverletzungen
Sollte Ihr Vogel den Flügel hängen lassen, humpeln oder ein Bein hinter sich
herziehen,
so kann das eine Prellung sein, die durch einen Stoß, Aufprall oder
Rivalitätskampf
entstanden ist. Isolieren Sie ihn bei gleichmäßiger Wärme. Wird es nach 24
Stunden nicht
besser, gehen Sie mit ihm zum Tierarzt. Belastet Ihr Vogel das Bein überhaupt
nicht
oder hängt der Flügel kraftlos herab, liegt möglicherweise ein Bruch oder eine
Verrenkung vor. Auch hier müssen Sie mir dem Tier zum Arzt gehen.
Blutende Wunden
Hat sich ein Vogel eine offene Wunde z.B. durch einen Kampf oder spitzen
Gegenstand
zugezogen, muss diese Wunde sofort mit 3% Eisen-lll-Chlorid behandelt werden.
Schon der
Verlust von 1/2 ml Blut ist für so ein kleines Tier lebensgefährlich, da es
höchstens
über3 ml Blut verfügt.
Dazu streuen Sie das Pulver auf ein sauberes Taschentuch und umfassen damit,
leicht
angedrückt, für ca. 60 Sekunden die Wunde. Stellen Sie den Vogel in einem
Einzelkäfig
ruhig. Die Lösung darf nicht an die Schleimhäute des Vogels kommen, da es ätzend
wirkt.
Bei größeren Wunden sollten Sie zusätzlich noch den Tierarzt aufsuchen.
Gehirnerschütterung
Sollte Ihr Vogel nach einem Aufprall gegen ein Fenster, Wand, Spiegel,...
benommen
wirken, bewusstlos sein, taumeln, Gleichgewichtsstörungen haben, müssen sie ihn
separat
in einen mit Taschentüchern oder anderem weichen Material ausgepolsterten Käfig,
auf dem Boden setzen und den Raum möglichst dunkel halten. Er braucht viel Ruhe.
Bessert sich der Zustand innerhalb von 2 Stunden nicht, rufen Sie Ihrem Tierarzt
an
und schildern ihm den Zustand. Eine Autofahrt in diesem Zustand kann durch die
Erschütterung noch mehr Schaden anrichten. Er wird Ihnen sagen können, was zu
machen
ist. Führt kein Weg an einer Autofahrt vorbei, polstern sie den Käfig so gut Sie
können
und vermeiden Erschütterungen.
ACHTUNG!!! Bei Gehirnerschütterungen niemals Infrarotlicht verwenden, da dies
den Blutdruck
im verletzten Gehirn erhöht und den Krankheitsverlauf verschlimmert.