Grundlegendes zur Ernährung von Sittichen
 

Das Futter sollte zu 50% aus Körnerfutter und zu 50% aus Obst, Gemüse und allerhand Grünfutter, wie Eisbergsalat, Kräuter, Beeren, Löwenzahn, Vogelmiere, ... bestehen. Der weit verbreitete Aberglaube, dass ab und zu mal in der Woche ein Stückchen Obst oder Gemüse für die Ernähung unserer Kleinen ausreicht, ist vollkommen falsch. Durch das Obst, Gemüse und Grünfutter nehmen sie lebens- wichtige Vitamine und Mineralien zu sich, die ihre Abwehrkräfte vor Krankheiten, wie z.B. Nierenschäden, Gicht, Bindehautentzündung, Augenschäden, dünnen Knochen, Wachstumsstörungen, Zuwachsen der Nasenlöcher,... (um nur ein paar Krankheiten zu nennen) stärken.
Da ich meine Kathis und Wellis zusammen halte, verwende ich als Körnerfutter eine Großsittichmischung, die aus verschiedenen Sorten Hirse, Wildsamen, Hanf, Weizen, Hafer, Glanz, Kardi, Leinsamen, Negersaat, Paddyreis besteht. Man kann sich das mit Einzelsaaten selbst zusammen- stellen, es gibt aber auch gute Großsittichmischungen, in denen diese Saaten enthalten sind. Die Wachteln fressen alles, was die anderen auch essen.
Sonnenblumenkerne sollte man nur in kleinen Mengen dazu geben, da sie einen hohen Fettgehalt haben und die Vögel träge und dick macht, wenn sie nicht genug Bewegung haben. Ich reiche es immer nur als Leckerlis, da sie darauf immer ganz wild sind und so schnell von alleine handzahm werden.
Außerdem sollte man wöchentlich Keimfutter reichen, da auch dies vor Mangeler- scheinungen, Wachstumsstörungen, Fruchtbarkeitsstörungen schützt und gerade in der Brutzeit bevorzugt gefressen wird. Beim Keimfutter bitte aufpassen, dass es nicht verdorben ist (Riechtest machen). Die Herstellung erfordert zum Anfang ein wenig Übung.
In der Brutzeit sollte man immer zusätzlich noch Eifutter reichen, da es zum einen die Eischale verstärkt und zum anderen für die Jungtiere äußerst wichtig für das Wachstum, für den Körperbau ist und auch hier, um Mangelerscheinungen vorzubeugen. Aber auch außerhalb der Brutzeit sollte man ab und zu mal Eifutter füttern, da es tierische Proteine (Eiweiße) und Vitamin B12 enthält, die die Vögel sonst nur über Vitaminpräparate und andere tierische Produkte erhält (Ameiseneier, Würmer...).
Des weiteren sind fermentierte Milchprodukte, wie Joghurt, Quark, Käse in vielerlei Hinsicht gut für unsere Vögel. Zum einen enthalten Milchprodukte Calcium, was zur Eierschalenbildung während der Brutphase benötigt wird und tierische Proteine, die die Mauser unterstützen. Zum anderen enthalten sie Lactobacillen, die gerade von Sittichen mit geschädigter Darmflora (oft nach Antibiotikabehandlungen )
zum Wiederaufbau der Darmflora benötigt werden.
Bitte aber nur frische, fettarme und keine haltbaren Milchprodukte reichen, da bei den haltbaren Produkten die gesunden Bakterien durch Erhitzung abgetötet wurden.
ACHTUNG!!! Reine Milch ist ungesund für die Vögel, da sie den in der Milch enthaltenen Milchzucker (Laktose) nicht aufnehmen können. Es kommt dadurch zu Wasserentzug und Durchfall und kann in manchen Fällen sogar zum Tode führen.
 
Zusätzlich zum Futter sollte folgendes für die Vögel zur Verfügung stehen:
 
Sand wird für die Verdauung benötigt und enthält ebenfalls verschiedene Mineralien.
Meistens ist im Vogelsand auch Grit enthalten. Es löst sich nicht im Magen auf und
unterstützt die Verdauung sehr gut. Ist Grit im Sand nicht enthalten, so sollte es in Form eines Gritsteins oder losen Gritkörnern den Vögeln zur Verfügung stehen. Wenn andere Materialien als Bodenbelag verwendet werden, sollte Sand in einer Schale angeboten werden.
Um Jodmangel vorzubeugen, sollte auch ein Jod-Kalkstein vorhanden sein. Trotz
dieses Steins kann es zu Jodmangel kommen. Dagegen helfen zusätzliche Mineralpräparate oder mineralhaltige Meeresalgen (Reformhaus, Zooläden).
 
Lagerung des Körnerfutters
 
Körnerfutter sollte in nicht allzu großen Mengen gekauft werden. Allerhöchstens so viel, dass man es in 4 - 6 Monaten verbrauchen kann. Des weiteren sollte es in luftdicht verschlossenen Behältern und möglichst kühl gelagert werden. Außerdem ist unbedingt darauf zu achten, dass keine Schädlinge an das Futter gelangen können, da diese Überträger von gefährlichen Krankheiten sein können.
Bei falscher Aufbewahrung kann das Futter schimmelig oder ranzig werden. Die Qualität der Körner erkennt man am Geruchs- (es darf nicht riechen)  oder Keimtest (wenn ca. 90% der Körner keimen hat es eine gute Qualität).
Auch sollte man lieber neues Futter nehmen, wenn sich Fäden (vergleichbar mit Spinnenweben) über das Futter ziehen, das ist ein Zeichen dafür, dass das Futter schon alt ist und von Würmern befallen ist.
 
Was dürfen unsere Piepmätze alles Essen? Und vor allem: Was dürfen sie nicht?

               

Als Futter absolut tabu sind :

Tischreste
salzhaltige oder gewürzte Speisen
Alkohol
Fleisch
Wurst
Bonbons
Torten
Normaler Kuchen
Pizza
Milch
zuckerhaltige Getränke
Speck
Zigaretten
Hunde oder Katzenfutter